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Augenblicke des Alltags (1): Mandelförmige Augen und das Wunder der Verbundenheit

17.06.2014 · Allgemein, Christentum

Auf einmal sitzt das kleine quirlige Mädchen mit den mandelförmigen Augen ganz still. Es schaut dem grauhaarigen Mann an, der genauso solche Augen hat wie sie. Sie sitzen sich auf zwei grün gestrichenen Holzbänken vor einenm vietnamesischen Restaurant im Prenzlauer Berg gegenüber.

Mit warmer Stimme erzählt der Mann dem Mädchen eine Geschichte von einem Gespenst in der Kiste. Das Mädchen hatte gefragt, ob er auch ein Gespensterbuch habe. Vielleicht hatte sie da schon gespürt, dass man dem Mann ganz einfach ungewöhnliche Fragen stellen kann. Denn er hat ja die gleichen Augen wie sie.

Das kleine Mädchen schaut kurz zu ihrem Vater und ihrer Mutter, die ganz andere Augen haben, europäische Augen, die sie liebevoll anstrahlen. Dann schaut sie wieder den Mann an, der aus China stammt. Und er schaut zurück. Da grüßen sich zwei Seelengeister, die durch die Form ihrer Augen verbunden sind. 120px-ReligiousSymbols.svgDas kleine Mädchen spürt eine Verbindung, die es mit ihren jetztigen Eltern nicht hat, nie haben kann. Diese Verbindung hat etwas Existentielles, etwas Ursprüngliches.

Diese sehr allgemeine Herkunftsverbindung wird dem Mädchen vielleicht nie wieder wichtig sein, es wird andere Verbundenheiten geben, die es tiefer prägen werden als diese eine Begegnung. Aber es scheint für das Mädchen das erste Mal gewesen zu sein, dass sie instinktiv und intensiv eine ihr noch unbekannte Verbindung mit einem fremden Menschen gespürt hat. Das ist immer ein Wunder, das Wunder des Menschseins.

Solche und andere Augenblicke schauen mich oft aus dem Alltag an, sie schauen mir tief in die Augen, die Seele. Ich meine dann Gottes Augen zu spüren, der mich erkennen lassen möchte: die Menschen, die Du triffst, sind mit Dir verbunden.

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Medienbeiträge: Wie China mit dem Erbe von Tiananmen umgeht

17.06.2014 · China

Anlässlich des 25. Jahrestages der Niederschlagung der Protestbewegung in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni in Beijing habe ich für den epd einen Beitrag 25 Jahre Tiananmen verfasst. Wie in China an die Ereignisse gedacht bzw. wie diese zensiert werden, darüber habe ich am 4. Juni 2014 in einem Interview mit Radioeins gesprochen.

Interessant zum Thema Erinnern/Vergessen: der Kurzfilm eines chinesischen Filmemachers, der am 4. Juni 2005 vor allem Studierende, aber auch anderen Bürgern in China folgende Frage gestellt hat: „Was für ein Tag ist heute?“

Der Jahrestag ist vorbei, aber die massiven Repressionen im Vorfeld wirken nach: Zwar sind einige der verhafteten Bürgerrechtler auf Kaution freigelassen worden, andere bleiben aber in Haft. China Human Rights Defenders liefert Hintergrundinformationen zu den Personen und deren aktueller Lage hier.

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Neue Herausforderungen und andere Seligkeiten

20.11.2013 · Allgemein, China

Nach einer längeren Phase der Neuausrichtung werde ich hier nun wieder regelmäßig schreiben.

Am 1. Oktober 2013 habe ich beim Mercator Institute for China Studies (MERICS), dem ersten China-Think Tank Deutschlands, angeheuert. Ich leite dort die Forschungsgruppe „Gesellschaft, Medien und Gegenwartskultur Chinas“.

Es lässt sich alles sehr gut an: Start-up-Feeling ohne (eigenes) finanzielle Risiko, ein sehr kompetentes und nettes Team und vor allen Dingen ganz neue, sehr öffentlichkeitsorientierte Forschungsformate. Ein Besuch auf der MERICS-Webseite lohnt sich!

Berlin rückt mich nach der doch sehr heilen Welt in Freiburg wieder mitten ins Leben hinein. Besonders in den U-Bahnen der Stadt begleitet mich Reinhard Meys, wie ich finde immer noch sehr aussagekräftiges Lied „Selig sind die Verrückten“. In diesem Sinne freue mich in diesem Jahr besonders auf eine besinnliche und darin herausfordernde Adventszeit – vielleicht auch für Dich ein „anderer Adevent“?

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